Warum und wie feiern wir den Tag der Deutschen Einheit? · Projekt Bundestagswahl

Vertiefende Informationen zu Frage 3

Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto „Danken Feiern Beten“ als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?


images/neu-bundestag.jpg

Warum und wie feiern wir den Tag der Deutschen Einheit?

Der 3. Oktober ist als Nationalfeiertag in unserem Land noch umstritten. Die einen hätten gerne den 9.11. als Gedenktag in Erinnerung mit den Dramen in der Reichskristallnacht. Die Dresdener würden lieber den 8.10. feiern, an dem die Demonstranten mit ihrer spontanen Delegation „Gruppe der 20“ zum ersten Mal die Spirale der Gewalt und Ignoranz der Staatsmacht durchbrochen hatten. Oder mit den Leipzigern geredet sollte es der 9.10. sein, wo nach dem Montagsgebet in der Nicolaikirche viele 10.000de Bürger friedlich mit Kerzen in der Hand für Freiheit demonstrierten und die befürchtete Pekinger Lösung ausblieb.

Andere wollten eigentlich gar keine Einheit der beiden Staaten, sind enttäuscht durch die vergangenen Jahre, verletzt, fühlen sich ausgenutzt von den Wendegewinnern westdeutscher Unternehmer und selbsternannten Beratern oder sind voller Neid und Zorn wegen der Art und Weise, wie mit „ihrem“ Solidaritätszuschlag umgegangen wird. Also genug Gründe, den Tag einfach  zu ignorieren - der Umgang der Mehrheit der Deutschen mit dem Tag der Deutschen Einheit. Was bleibt, sind die staatlich verordneten zentralen Feiern in der jeweiligen Hauptstadt der Bundesratspräsidentschaft und wenige Restveranstaltungen vor allem im Osten eines durchaus Mut machenden Beginns in den ersten Jahren nach der Wende.

Der Mauerfall und die Deutsche Einheit waren historisches Ereignisse, ein unverhofftes, unverdientes Geschenk, ein Wunder des Friedens und der Befreiung,  worum uns viele Völker beneiden und bewundern. Doch was sagt das über ein Volk, wenn es wo wenig mit dem Tag der Deutschen Einheit, seinem einzigen Nationalfeiertag anzufangen weiß?

Wie kann Veränderung beginnen? Welche Konzepte haben Politiker, auch wenn sie  allein es nicht umsetzen können? Die Bürger selbst sind gefordert, sich zu äußern, zu engagieren und den Tag zu einem besonderen Gedenktag zu machen, der ausstrahlt in die Gegenwart und Zukunft. Ein solches Engagement in der Bürgerschaft kann nicht von oben befohlen werden. Aber vielleicht können Ideen weitergegeben, Modelle entwickelt, Initiativen unterstützt und vernetzt werden. Was ist mit den kleinen Anfängen, die es  hier oder dort gibt, wie z.B. www.3-oktober.de. Wie könnte ein Beitrag der Kirchen aussehen und wie ist er zu werten, sie haben doch schon während der friedlichen Revolution einen wichtigen Beitrag geleistet? Wie können die Geschichten der Zeitzeugen wieder gehört werden und wie ihre motivierende inspirierende Kraft in den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart sich entfalten? Wie kann ein Einbinden der in unserem Land lebenden unterschiedlichsten Kulturen in eine zu bildende Tradition gelingen? Welche Rituale können sich lokal oder regional entwickeln, die auch an eine kommende Generation ohne Zeitzeugen noch sinnvoll und sinnstiftend sein können?

Der Tag der Deutschen Einheit, ein Brennpunkt des Umgangs eines Volkes mit dem Wunder der friedlichen Revolution und der geschenkten Freiheit.  Einheit und Freiheit, weiterhin ein Thema auf vielen Ebenen der gesellschaftlichen Entwicklung Jahr für Jahr.

  • Ein Tag zum Danken für das, was wir geschenkt bekommen haben.
  • Ein Tag zum Feiern und damit Würdigen und Vergegenwärtigen dessen was daraus geworden ist.
  • Ein Tag, der Mut macht und  eine Grundlage zum Hoffen auf die Zukunft gibt und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zur Gestaltung des alltäglichen Miteinanders fördert.
  • Ein Tag verortet in das gesellschaftliche Leben in vielen Orten und Städten gebrochen in das gesellschaftliche Leben in vielen Orten und Städten