Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Vertiefende Informationen zu Frage 5

Beispiele regionalen Engagements

Zum Anliegen der Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie – auch für das konkrete Engagement von Bürgern in Ihrem Wahlkreis?

 


disraelis

„DisraeliS“ - verwundete Soldaten und Überlebende von Terroranschlägen zu Gast in Deutschland

Auf Einladung von Christen an der Seite Israels e.V. waren zehn bei Terroranschlägen in Israel verletzte junge Soldaten der IDF und eine Soldatin mit Betreuerin, zusammen mit dem Leiter des Disraelis-Projektes, Herrn Ilan Brunner, vom 13. 5. 2004 bis 24. 5. 2004 zu Gast bei uns in der Region um Kassel in Nordhessen.

Besonders beeindruckt waren die jungen Leute vor allem von der schönen, abwechslungsreichen nordhessischen Landschaft und dem vielen saftigen Grün in Wald und Flur und dass Sie dies alles in Ruhe, Frieden und Sicherheit genießen konnten. Keiner von uns konnte ja wirklich ermessen, was diese jungen Menschen bei den schrecklichen Anschlägen Zuhause miterleben mussten. Einige von ihnen haben ihre besten Freunde dabei verloren und ein junger Mann hat gleich mehrfach unter Terrorangriffen z. B. auf zivile Busse zu leiden gehabt, wobei er um ein Haar selbst dabei zu Tode gekommen wäre. Auch er verlor bei den Anschlägen einige seiner besten Freunde, was sicher noch lange Zeit eine schwere Belastung für seine junge Seele sein wird.

Jedoch waren wir als Gastgeber auch immer wieder erstaunt darüber, dass diese jungen Soldaten, trotz der bösen und traumatischen Erlebnisse, meist doch ausgelassen und fröhlich sein konnten, was sich auch bei den beiden gemeinsamen Grillabenden in fröhlichen Liedern und sogar beim Tanz von einigen zeigte. Dies jedenfalls hat uns mächtig beeindruckt aber auch sehr erfreut. Bemerkenswert war auch mitzuerleben, wie einige der jungen Leute sogar lieben heimische Gewohnheiten frönten. So wurde z. B. ruck zuck im Park Wilhelmshöhe nach den Wasserspielen und sogar auf dem Ausflugsschiff, mit dem wir durch das Fuldatal von Kassel zur mittelalterlichen Fachwerkstadt Hann. Münden schipperten, der wohlschmeckende israelisch/orientalische Kaffee, oder auch mal ein Tee in den eigens dafür mitgebrachten Utensilien brühheiß bereitet. Natürlich durften wir davon kosten und manch fremder Passagier auf dem Ausflugsdampfer machte große Augen.

Es gab allerdings auch einige sehr ernste Momente, so z. B. als wir nach Mittagessen und Stadtbummel in der Goethestadt Weimar, in der nahegelegenen Gedenkstätte des ehemaligen KZs Buchenwald waren und gemeinsam mit unseren israelischen Gästen in einer kleinen Zeremonie, der dort von den Nazis ermordeten Menschen gedachten. Danach sahen wir uns im extra dafür eingerichteten Kinosaal der Gedenkstätte, einen historischen Film über die schreckliche Verwendung des Lagers und die Befreiung der überlebenden Häftlinge durch alliierte Truppen an.

Ein erfreulicheres erwähnenswertes Highlight des Aufenthaltes für die jungen Soldaten bei uns war sicher auch der gemeinsame Besuch einer Bundeswehreinheit in Hess. Lichtenau. Hier wurde unseren jungen Leuten u.a. eine ziemlich neuartige schwere Panzerhaubitze, mit der unsere Gäste auch mitfahren durften, vorgeführt. Damit wurden sogar einige Übungsgranaten verschossen.

Selbstverständlich haben bei diesem Besuch die Bundeswehrköche mit ihren Ordonanzen auch für das leibliche Wohl unserer Schützlinge bestens gesorgt.

Dieser Programmteil wurde im übrigen von Ilan Brunner in Abstimmung mit der israelischen Botschaft in Berlin und dem deutschen Verteidigungsministerium organisiert.

Natürlich ist der Abschied allen unseren Gästen nicht leicht gefallen und alle fanden, dass der Aufenthalt in Deutschland viel zu schnell wieder zu Ende ging, bzw. zu kurz war. Es wurden jedenfalls neue Freundschaften geschlossen und wir hoffen, wir konnten unsererseits auch gute Botschafter für unser Land sein und den jungen Leuten vermitteln, dass Israel nicht alleingelassen in der Welt ist, bzw. auch in Deutschland sehr gute Freunde hat. [Hans-Jürgen Krug,  Pressereferent].