Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 261: Esslingen (Baden-Württemberg)
Wechsler, Michael
SPD
5 Fragen beantwortet
 

Wahlkreis Esslingen

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Dass ich mich mit meinen Verwandten in Mecklenburg treffen kann, wann              immer wir wollen.

 

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Die Angleichung der Lebens- und Arbeitsbedingungen bleibt eine zentrale Aufgabe. Ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn würde dabei einen großen Schritt bewirken. In Stufen wollen wir zudem endlich das geteilte Rentenrecht überwinden.

 

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Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?
Mir gefällt, dass unser Nationalfeiertag im Vergleich zu manch anderem Land nicht durch überhöhten Patriotismus und staatlichen Pomp gefeiert wird, sondern ein Fest der Bürgerinnen und Bürger ist, bei dem zudem der föderale Charakter Deutschlands und die Verbundenheit in Europa betont wird. Der Tag der Deutschen Einheit ist ein Tag für alle hier lebenden Menschen, der niemanden ausgrenzen darf. Zu unserer Gesellschaft gehören selbstverständlich auch die Kirchen, insofern begrüße ich deren Beteiligung.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?
Die jüdisch-christlichen Werte prägen unser Land, unsere Kultur, unser Rechtssystem und damit natürlich auch unsere Politik ganz fundamental! Menschenwürde, Frieden im weitesten Sinne, Schutz von Ehe und Familie sind nicht von ungefähr Teil des Grundrechtekatalogs des Grundgesetzes. Gerade Nächstenliebe, Frieden und Versöhnung geben tragen darüber hinaus den Gedanken in sich, auch gegenüber anders Denkenden und anders Lebenden Toleranz zu üben.
Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Ja, eine Kultur der Versöhnung wäre wünschenswert. Ich glaube jedoch, dass man nur individuell verzeihen kann. Jedes öffentliche Gespräch hilft hier letztlich weiter als schweigen. Und es muss klar sein, dass das Gedenken und Erinnern nicht beiseite geschoben wird. Hilfreich wäre es, wenn im Sinne von Bundespräsident Gauck bei den 25-Jahr-Feiern das Erreichte und Einigende stärker betont würde als das Trennende.