Es gibt keine Zweifel, dass Deutschland aus seiner Geschichte heraus eine besondere Verantwortung für die Existenz des jüdischen Staates Israel in Frieden und Sicherheit trägt. Das Eintreten für dieses Ziel ist seit jeher unverzichtbare Konstante liberaler Außenpolitik und Teil deutscher Staatsräson.
Die Aussöhnungsleistung, die von der Kriegs- und Nachkriegsgeneration in Israel und Deutschland erbracht wurde, ist das große Geschenk an die Generation von heute. Man muss sich immer wieder bewusst machen, in welcher Zeit und nach welcher Menschheitskatastrophe, von deutschen Händen bewirkt, diese Aussöhnung begonnen wurde.
Was Deutschland und Israel heute verbindet, ist aber nicht nur das Wunder der Aussöhnung, sondern die echte Partnerschaft zwischen zwei Demokratien, die uns von Tag zu Tag trägt. Wir schätzen Israel als Partner, der die gleichen Traditionen und Werte in sich trägt und der die einzige wirklich voll ausgeprägte Demokratie in der gesamten Region ist. Was unsere Freundschaft mit Israel ausmacht, ist eben nicht nur die Verantwortung, die uns unsere Geschichte mitgibt, sondern auch die Wertegemeinschaft unter Demokraten.
Zudem liegt es in unserem strategischen Interesse, dass in unseren unmittelbaren Nachbarregionen friedliche und stabile Verhältnisse herrschen. Instabilitäten, Radikalisierungen und Rüstungswettläufe in Europas Nachbarschaft sind auch für uns immer ein Problem.
Somit ist klar, dass Deutschland sowohl aus historischer Verantwortung wie auch aus wohlverstandenem Eigeninteresse eine aktive Nahostpolitik betreiben muss. Die Tatsache, dass uns kein Staat in der Region näher steht als Israel schließt Meinungsverschiedenheiten in Einzelfragen nicht aus.
Für die EU-Außenpolitik wurde dieser Vorgang somit zu einem "größten anzunehmenden Unfall", und für alle, die sich Hoffnungen machen, die EU in außenpolitischen Fragen auseinanderdividieren zu können, ein "Erfolg", der vermeidbar gewesen wäre.
Solange der beschriebene Verhandlungsansatz der USA die Chance auf Erfolg hat, wäre eine Verschärfung dieser Maßnahmen wenig zielführend. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt verschärfende Maßnahmen doch erforderlich werden, kommt es entscheidend darauf an, dass diese von der internationalen Gemeinschaft gemeinsam durchgeführt werden. Grundsätzlich können Sanktionen nur dann Wirkung entfalten, wenn Handelsbeschränkungen des einen Landes nicht durch ein anderes Land kompensiert werden. Zudem, und das scheint uns gerade mit Blick auf den Iran derzeit wichtig, muss verhindert werden, dass bestehende Sanktionen umgangen werden. Presseberichte, denen zufolge europäische, aber zu wesentlichen Teilen auch nicht-europäische Firmen bestehende Sanktionen umgehen, bereiten uns große Sorge.
Wir sind davon überzeugt, dass eine dauerhafte friedliche Stabilisierung im Nahen Osten eine Zwei-Staaten-Lösung ebenso umfassen muss wie die Lösung der vielen anderen Konflikte in der Region. Deshalb tritt die FDP seit langer Zeit für die Etablierung einer "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten" nach dem Vorbild des KSZE-Prozesses ein. Die Frage der Zukunft der palästinensischen Bevölkerung ist dabei deshalb von so entscheidender Bedeutung, weil sich zum einen aus der aktuellen Situation schon heute tagtägliche Risiken für die Sicherheit Israels ergeben, zum anderen dieser Konflikt vielfach als Vorwand für Handlungen instrumentalisiert wird, die die regionale Sicherheit insgesamt aus dem Gleichgewicht bringen können. Der Iran steht hierbei leider an erster Stelle.
Die Tatsache, dass in Deutschland die jüdische Kultur wieder einen festen Platz hat und eine unschätzbare Bereicherung darstellt, ist der beste Ausdruck für diese tiefe Verbundenheit, die uns heute trägt. An diese Arbeit anzuknüpfen ist heute wie in der Zukunft von unschätzbarem Wert.
Ergebnisse
der Befragungen