Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 195: Greiz – Altenburger Land (Thüringen)
Vogel, Volkmar
CDU
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Die deutsche Einheit war für mich ein persönlicher Glücksfall. Dadurch wurde mir ermöglicht, einen politischen Werdegang in einem freien und demokratischen Land einzuschlagen, den ich in der DDR nicht hätten folgen können.

Heute haben sich für mich und meine Familie Horizonte eröffnet, die allen in Ostdeutschland bis zur Wende verwehrt geblieben waren. Es ist immer müßig darüber zu spekulieren, was wäre wenn gewesen. Aber eines ist sicher: Ohne die Deutsche Einheit wäre mein Leben um viele wertvolle Erfahrungen und Erinnerungen ärmer gewesen. Dafür bin ich dankbar.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Nach wie vor ist die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost und West ein großes Thema. Insbesondere was die Verfügbarkeit an Arbeitsplätzen angeht, hinken viele Regionen in Ostdeutschland noch hinterher. Allerdings müssen wir auch festhalten, dass es im Zuge des industriellen Wandels und der strukturellen Revitalisierung in den neuen Ländern gleichzeitig zum Investitionsstau (etwa beim Straßenbau) in einigen westdeutschen Regionen kam.

Der Mittelabfluss in strukturschwache Regionen des Ostens ließen einst gut gestellte Regionen in deutsch-deutscher Grenzlange abfallen. All dies sind Baustellen der Zukunft, wo es gilt, das inzwischen stärker bemerkbare Nord-Südgefälle abzuflachen. Vor allem verdienen ländliche Räume deutschlandweit weiterhin verstärkte Aufmerksamkeit.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?


Ich halte die jetzige Form unseres Nationalfeiertages für angemessen und ausreichend. Die Überwindung der deutschen Teilung war im historischen Kontext gesehen eine logische Konsequenz. Die kulturelle und ethnische Einheit der Deutschen bestand auch während der Teilung weiter. Es steht unserem Land gut an, wenn wir den 3. Oktober wie bisher angemessen feiern.

 

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?


Deutschland ist tolerant und offen für Menschen jeder religiöser Überzeugung, solang diese nicht die Demokratie in Frage stellen und/oder die freiheitlichen Prinzipien unseres Landes missachten. Die dargestellten Werte spiegeln sich in den Grundsätzen vieler Religionen wider. Demnach sind sie nicht allein auf das Judentum und Christentum beschränkt. In den zunehmend multiethnisch geprägten Gesellschaften Europas ist eine Reduktion staatlichen Handels auf rein abendländische Denkmuster zu kurz gefasst, um der Vielschichtigkeit der sich wandelnden Sozialgefüge gerecht zu werden. Christliche Wertvorstellungen sind universell anwendbar. Insofern dienen sie als Orientierungsrahmen, ohne dass sie jedoch normativ in der Demokratie wirken dürfen.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?


Es ist Aufgabe jedes Rechtsstaates, wie der Bundesrepublik Deutschland, die Tyrannei und Verbrechen totalitärer Regime - wann immer und wo immer - öffentlich zu machen und wenn möglich, strafrechtlich zu verfolgen. Dies betrifft auch die deutschen Diktaturen der Vergangenheit. Solang es möglich ist, haben staatliche Stellen einer Demokratie an der Aufklärung der in Zeiten von Unterdrückung und Verfolgung begangenen Straftaten zu arbeiten. Dies ist unerlässlich, um unsere Grundwerte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegen Angriffe von innen wie außen zu schützen. Wir sind eine wehrhafte Demokratie.