Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

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Wahlkreis 57: Prignitz – Ostprignitz-Ruppin – Havelland I (Brandenburg)
Tackmann, Dr. Kirsten
DIE LINKE
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Wie bewerten Sie die Aussage: Deutschland hat aus der Geschichte heraus eine besondere Verantwortung gegenüber Israel?

Die Aussage trifft voll und ganz zu und schließt eine Mitverantwortung für das Fortkommen des israelischpalästinensischen Friedensprozesses ein.

Frage 2:
Deutschland hat sich aus der sogenannten „Durban II“-Konferenz im April 2009 in Genf zurückgezogen – aus Sorge heraus, dass diese Konferenz zum Beispiel von Irans Präsident Achmadinedschad zu antisemitischer Hetze missbraucht werden könnte. Wie beurteilen Sie die Entscheidung Deutschlands?

Die Entscheidung war sehr unglücklich und dem Ergebnis der Konferenz überaus abträglich. Sie hat dem Antirassismus einen Bärendienst erwiesen. Außerdem wäre es angemessen gewesen, den Auffassungen des  iranischen Präsidenten auf der Konferenz offen entgegenzutreten, statt die Konferenz durch den Rückzug insgesamt zu entwerten.

Frage 3:
Welche Maßnahmen ziehen Sie in Erwägung angesichts der potenziellen atomaren Bedrohung Israels durch den Iran und angesichts der Tatsache, dass Deutschland der wichtigste westliche Handelspartner des Irans ist?

Jahrzehnte der harten politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Konfrontation mit dem iranischen Regime, scharfe Sanktionen bis hin zum Abbruch nahezu jeglicher Kooperation insbesondere durch die

US - amerikanische Außenpolitik haben nicht dazu geführt, die Lage im Nahen Osten zu entspannen. Insbesondere haben sie auch nicht dazu beigetragen, dem Staat Israel wirklichen Frieden und der so

notwendigen Sicherheit näher zu bringen. Es ist das Verdienst des neuen US-Präsidenten, Barack Obama, dies nicht nur erkannt, sondern beachtlich schnell das Steuer herumgelegt und eine neue Politik gegenüber dem Iran begründet zu haben. Eine Politik des Dialogs, eine Politik die ohne Aufgabe von Prinzipien und ohne Verzicht in der Sache nicht auf strenge Konfrontation, sondern auf Verständigung setzt. Diese Politik hat erste Erfolge gezeigt, Gesprächsbereitschaft auf der iranischen Seite bewirkt, und begründete Hoffnungen hervorgerufen, auf dem richtigen, Erfolg bringenden Weg zu sein. Diesen Kurs hält DIE LINKE für Ziel führend, erfolgversprechend und unterstützenswert.

Frage 4:
Die Hamas strebt laut eigener Charta nach wie vor die Zerstörung Israels an, bekennt sich zum Terrorkampf gegen Israel und erkennt bestehende Verträge nicht an. Was ist Ihrer Meinung nach eine angemessene Strategie?

Um Sicherheit und Frieden im Nahen Osten zu erreichen, ist die aktive Beteiligung aller politischen Kräfte und der Zivilgesellschaft in den beteiligten Ländern von Nöten. DIE LINKE tritt deshalb für die Einbeziehung der Hamas in politische Gespräche und die Aufhebung ihres Boykotts ein. Bei der Verhandlung mit der Hamas muss sich dafür eingesetzt werden, dass aus deren Charta die Punkte gestrichen werden, die das Existenzrecht Israels bestreiten bzw. in Zweifel ziehen.

Frage 5:
Zum Anliegen der Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie – auch für das konkrete Engagement von Bürgern in Ihrem Wahlkreis?

Wissen ist die unerlässliche Grundlage des gegenseitigen Verständnisses. Mit Berichten über eine Reise der Frauen-Friedens-Delegation der Bundestagsfraktion DIE LINKE nach Beirut und Damaskus und die Fraktionsveranstaltung „Shalom/Salam“ mit Friedensaktivistinnen aus Israel und Palästina konnte ich zu differenzierten Diskussionen beitragen, die sich mit der konkreten sehr schwierigen Lebenssituation vieler Menschen unter den Bedingungen des Nahost-Konfliktes beschäftigen. Ich bin davon überzeugt, dass dies der Schlüssel zu einem wirklichen Friedensprozess ist.

 
 
 
 

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