Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 146: Soest (Nordrhein-Westfalen)
Schulte-Drüggelte, Bernhard
CDU
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Der Fall der Mauer und die Deutsche Einheit gehören zu den bewegendsten und bedeutungsvollsten Ereignissen unserer Geschichte, für die ich sehr dankbar bin. Kaum jemand hatte sich damals vorstellen können, dass aus der geteilten Nation jemals wieder ein vereinigtes Deutschland werden würde. Die Wiedervereinigung hat nicht nur Menschen, die jahrzehntelang voneinander getrennt waren wieder zusammengeführt, sondern auch den Weg bereitet für ein freies und geeintes Europa.
Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Seit der Wiedervereinigung ist das Zusammenwachsen von Ost und West weit vorangekommen. Der Aufbau Ost hat dazu maßgeblich beigetragen. Die Entwicklung der ostdeutschen Länder ist durch die Änderungsbereitschaft und Tatkraft der Ostdeutschen, aber auch durch eine große Solidaritätsleistung aller Deutschen ermöglicht worden. Eine Politik für die Einheit Deutschlands ist weiterhin notwendig.
Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Am 3. Oktober 1990 ist die DDR der BRD offiziell beigetreten. Dies war nicht nur eine Wende für Deutschland, sondern auch das Ende des Kalten Kriegs und der Beginn des Zusammenwachsens Europas. In diesem Jahr feiern wir die Deutsche Einheit zum 23. Mal. Unser Nationalfeiertag ist ein verbindendes Symbol für Einheit und Freiheit. Ich freue mich, wenn die Menschen an diesem Tag zusammenkommen und gemeinsam der friedlichen Revolution und dem Fall der Mauer gedenken. Damit wird das Zusammengehörigkeitsgefühl nach Jahrzehnten der Trennung gefördert und die staatliche Einheit gefestigt.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Unsere Kultur und unsere Werte sind christlich geprägt. Dies zeigt sich auch in der herausragenden Rolle, die die christlichen Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände in vielen Bereichen unserer Gesellschaft spielen. Durch die Zuwanderung sind neben die deutschsprachige und christliche Tradition auch andere Religionen, Sprachen, Traditionen und Kulturkreise getreten. Wir wollen in Freiheit, Frieden und Solidarität miteinander leben und gemeinsam die Zukunft unseres Landes gestalten. Dies kann nur gelingen, wenn alle sich zu einer gemeinsamen Wertebasis bekennen und den Dialog untereinander stärken.
Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Versöhnen und verzeihen sind nur möglich, wenn beide Seiten aufeinander zugehen und die Täter sich ihrer Verantwortung stellen. Dies gilt auch für die Jubiläen. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten Opfer-Täter-Begegnungsprojekte, Gesprächskreise und vor allem auch die Behörde des Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen und die Stiftung Aufarbeitung. Es darf keinen Schlussstrich unter die Aufarbeitung der SED-Diktatur geben. Die Stasi-Unterlagen-Behörde und die Stiftung Aufarbeitung müssen auch in Zukunft ihre Arbeit fortsetzen. Ebenso wichtig ist politische Bildungsarbeit. Gerade jungen Menschen, die die Mauer nicht mehr erlebt haben, muss die Zeit der Teilung Deutschlands und die Ursachen und Folgen von Unterdrückung in der DDR vermittelt werden.