Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 284: Offenburg (Baden-Württemberg)
Sachs, Jan
FDP
5 Fragen beantwortet
 

Wahlkreis Offenburg  Vorsitzender RPJ Ortenau Schatzmeister FDP Offenburg/Ried

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Ich bin im Dezember 1989 geboren. Ich zähle damit zu einer Generation, welche die Mauer und die damit verbundenen Geschehnisse nicht mehr aktiv erlebt hat. Ich will und kann mir eine neue innerdeutsche Teilung nicht vorstellen.

Die Deutsche Einheit ist historisch gesehen eine Erfolgsgeschichte der Versöhnung und dem Streben nach Demokratie in unserer Gesellschaft. So hoffe ich auch, dass Süd-und Nordkorea irgendwann unserem positiven Beispiel folgen werden.
Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Im Allgemeinen gilt es gerade bei der älteren Generation Vorurteile weiter abzubauen. Die Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in den neuen Bundesländern sollte eine weitere Maßnahme sein. Wir dürfen in dieser Debatte aber nicht zu national denken sondern sollten dieses Projekt als Teilprojekt der europäischen Integration wahrnehmen und umsetzen.

 

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Gerade geschichtliche Dinge werden oft verdrängt oder zu schnell vergessen. Daher ist es gerade für uns junge Generation wichtig, dass es diesen Tag gibt und er uns an dieses historische Ereignis erinnert. Dass die Kirchen diesen Tag mit ihrer Arbeit ins Gedächtnis rufen, ist dabei vorbildhaft.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Ich glaube nicht, dass Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Familie und die Würde eines Menschen nur jüdisch-christliche Werte sind sondern in jeder Gesellschaft vorkommen. Unabhängig davon sind diese Werte für die positive Entwicklung einer Gesellschaft tragend.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?
Die DDR hat unendlich viel Leid bei einigen Bevölkerungsteilen hervorgebracht. Sie hat Familien entzweit, Menschen gegeneinander ausgespielt und viel Unrecht getan. Dennoch wird mit jeder neuen Generation mehr Vergessen und Verziehen. In der menschlichen Geschichte gab es schon so oft Kriege und Konflikte. Die Zeit heilt jedoch alle Wunden. Die Jubiläen sollten thematisch gesehen in die Zukunft gerichtet sein und gleichzeitig Erinnerung und Mahnung für alle sein, damit so etwas nie wieder passiert.