Ja, richtig und wichtig.
Aus der deutschen Geschichte folgt aber auch: "Nie wieder Krieg!" Und sowohl aus der christlichen wie der sozialistischen Ethik folgt die Solidarität mit den Schwachen. Dass diese Bindungen im Nahen Osten konträre Emotionen hervorrufen, ist klar.
Ich denke, der einzig gangbare Weg liegt darin, eine kritische Solidarität mit Israel zu definieren und auszuüben (wie das aussehen könnte, s. Fragen 4 und 5)
Ganz falsch. Deutschland hätte teilnehmen müssen und Achmadinedschad die Chance zu einer vernünftigen Vertretung der iranischen Position geben sollen (mit entsprechender Ansage vorher!).
Und dann hätte Deutschland lautstark protestieren und sich zurückziehen sollen, wenn Achmadinedschad antisemitisch geredet hätte. Das wäre ein klares, verständliches Signal gewesen, s. Frage 3.
Ich halte vorbedingungslose Gespräche mit dem Iran über die Themen "Atomprogramm" und "Verhältnis zu Israel", aber natürlich auch "Bürgerrechte und Demokratie im Iran" für notwendig. Weder ist ein Waffengang gegen Iran irgendwo im Bereich des Denk-Möglichen, noch würden Sanktionen anderes bewirken als eine Solidarisierung der Bevölkerung mit dem verhassten Regime. Nach meiner Kenntnis hat der Iran kein aktives Atomwaffenprogramm, und der Iran bietet an, dies seitens einer internationalen Kommission überprüfen zu lassen. Diese Chance muss wahrgenommen werden. So kann die Sicherheit Israel am besten gewährleistet werden.
Bezüglich der Handelsbeziehungen sollten zivile Güter grundsätzlich handelbar sein, Güter der Waffen- und Atomindustrie natürlich nicht.
Weitere Waffengänge gegen die Palästinenser sind aus humanitären Gründen nicht tolerierbar, diese Kriege oder die aktuellen Sanktionen bewirken lediglich die Stärkung extremistischer Kräfte. Notwendig sind auch hier weitere Gespräche mit der Hamas.
Waffenstillstand, Einhaltung der Verträge und die Anerkennung des Existenzrechtes Israels im Gegenzug gegen einen demokratischen und wirtschaftlichen Aufbau Palästinas, die Beendigung des israelischen Siedlungsprogramms und anderer Repressionen gegen Palästinenser und eine realistische Aussicht auf eine Zweistaatenlösung – nur so kann die Sicherheit Israels mittel- und langfristig am besten gewährleistet werden.
Ich war vor vielen Jahren 3 Monate in Israel, und fast ebenso lange in den angrenzenden arabischen Staaten. Trotz der ständigen Konfrontation mit Erinnerungen an den Faschismus habe ich fast nur gute Erfahrungen machen dürfen – auf beiden Seiten der israelischen Grenze. Israel selber ist ein absolut faszinierendes, enorm inspirierendes Land.
Politisch war für mich die Folgerung, notwendigerweise zugleich solidarisch mit dem israelischen und dem arabischen Volk sein zu wollen. Das geht nur, wenn als Ziel ein gerechter Kompromissfrieden erreicht wird.
Theologisch folgten für mich zwei, mein Studium begleitende Essentials: "Nie wieder christliche Judenmission" o. ä., und "Keine Theologie ohne Reflektion der Shoah".
Die Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Land Israel lohnt jedenfalls immer …
Ergebnisse
der Befragungen