Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 293: Bodensee (Baden-Württemberg)
Riebsamen, Lothar
CDU
5 Fragen beantwortet
 

Bodensee  -  Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Der Fall der Mauer war ein Glücksfall der Geschichte. Für mich persönlich bedeutete er die Erfüllung eines Wunsches, woran allerdings viele Menschen schon nicht mehr geglaubt hatten. 

Primär war es aber der Wunsch der Menschen in der damaligen DDR nach Freiheit. Ohne Sie wäre es nicht zu Deutschen Einheit gekommen. Die Deutsche Einheit sehe ich als Vorbedingung für die Neuordnung Europas. Trennendes war verschwunden – der Weg in eine neue Zukunft war frei. Dass wir heute bereits seit fast 70 Jahren friedlich in Europa zusammenleben ist ein Geschenk der Geschichte, das viele Menschen in der Zwischenzeit leider als selbstverständlich hinnehmen.

 

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Auf diesem Weg haben wir bereits große Schritte zurückgelegt. Wichtiger als Projekte der Infrastruktur ist es, die Einheit in den Köpfen der Menschen zu vollenden. Hier sehe ich besonders unsere Jugend auf einem guten Weg.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Der 3. Oktober ist ein vergleichsweise ungewöhnlicher Nationalfeiertag. Andere Länder feiern blutige Schlachten, Unabhängigkeitserklärungen oder Geburtstage von Königen bzw. sogar Diktatoren. Ich finde unseren „Tag der Deutschen Einheit“ daher in seiner heutigen Form – und auch die Art und Weise, wie er gefeiert wird – sehr passend.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Die christlich-jüdisch humanistischen Werte bilden die Grundlagen und das Selbstverständnis der Christlich Demokratischen Union. Hieran hat sich das Handeln der CDU stets auszurichten.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Unser Land leistet sich – berechtigterweise – einen großen Aufwand in diesem Bereich. Ich sehe hier aber kein Problem des „Schweigens. Zum Thema Nationalsozialismus besteht ein seltener Konsens durch beinahe alle Teile unserer Gesellschaft. Diesen Konsens sehe ich im Bezug auf den Umgang mit der DDR leider nicht. Oftmals sind es die direkt betroffenen, die sich wenig oder zu wenig mit ihrer eigenen Geschichte auseinander setzen. Hier sehe ich beispielsweise meine Kollegen der Linken in der Pflicht.