Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 17: Mecklenburgische Seenplatte II – Landkreis Rostock III (Mecklenburg-Vorpommern)
Rehberg, Eckhardt
CDU
5 Fragen beantwortet
 

Sprecher der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Der Fall der Mauer war der erste Schritt hin auf dem Wege zur Überwindung der deutschen Teilung und der Wiedervereinigung Deutschlands. Die Menschenflucht aus Ungarn und in die Botschaften der Bundesrepublik in Prag und Warschau, die mutigen Demonstrationen in Leipzig, Dresden und anderen großen Städten in der DDR, vor allem aber die tiefe und offen gezeigte Sehnsucht nach Demokratie, Freiheit und Einheit haben das SED-Regime bezwungen. Die Euphorie jenes Abends und der darauf folgenden Monate bleiben unvergesslich.  Für mich ist der Mauerfall eines der glücklichsten Ereignisse der deutschen Geschichte. Das Tor zur Einheit stand damals nur einen Spalt breit und nur für kurze Zeit offen. Deshalb war es richtig, die Einheit schnell zu verwirklichen. Dass das deutsche Volk seine Einheit im Einvernehmen, im Vertrauen und in fortdauernder Freundschaft mit unseren Nachbarländern und befreundeten Staaten vollenden konnte, ist für uns noch immer ein Anlass zu großer Freude und auch Dankbarkeit. Mit der zögerlichen und zerstrittenen SPD wäre diese Chance verspielt worden.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

In den letzten beiden Jahrzehnten haben die Menschen in Ost und West Enormes geleistet. Es ist gelungen, die Lebensverhältnisse annähernd anzugleichen, eine marode Wirtschaft im Osten wieder konkurrenzfähig zu machen und Deutschland zum europäischen Motor zu entwickeln. Dieser Wiedervereinigungsprozess ist weltweit einmalig und sollte uns stolz machen. Ich sage das bewusst vorab, um nicht nur darüber zu reden, was fehlt, sondern um auf diesen beeindruckenden Teil deutscher Geschichte hinzuweisen. Noch ist der Aufholprozess Ostdeutschlands nicht endgültig abgeschlossen. Doch wir müssen feststellen, dass in vielen Teilen des Ostens mittlerweile bessere Bedingungen und Strukturen herrschen als in einigen Regionen Westdeutschlands. Insofern besteht die politische Verantwortung, den Osten nach wie vor im besonderen Blick zu behalten, jedoch stärker gesamtdeutsch zu denken. Eine Förderpolitik muss sich nach dem Bedarf und nicht nach der Himmelsrichtung orientieren.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Grundsätzlich stehe ich Initiativen, die den Feiertag der Deutschen begehen und versuchen, den Tag würdevoll auszugestalten, immer offen entgegen. Das Motto „Danken Feiern Beten“ scheint durchaus geeignet, um den 3. Oktober weiter in den Köpfen der Menschen zu vergegenwärtigen.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Die christlichen Werte sollten Leitwerte unseres politischen und gesellschaftlichen Handelns sein, unabhängig von gesellschaftlichen Veränderungen.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Nur über eine stärkere Kultur des Gedenkens und des Erinnerns kommen wir auch zu einer Kultur des Verzeihens. Das Verzeihen bedingt aber zunächst eines Bekenntnisses der Schuld und der Sühne. Wenn ich in die Gegenwart sehe, wäre es auch nach über 20 Jahren wünschenswert, dass sich Menschen zu Ihrem Leben und Handeln vor 1989/90 bekennen. Aber leider ich registriere leider heute noch Verharmlosungen des SED-Regimes.