Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 17: Mecklenburgische Seenplatte II – Landkreis Rostock III (Mecklenburg-Vorpommern)
Pflugradt, Jeannine
SPD
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Ich bin froh, dass die Wende hier im Osten friedlich unter dem Motto "Keine Gewalt" verlaufen ist. Die täglichen Nachrichten aus der arabischen Welt zeigen leider, dass so etwas nicht überall so funktioniert. Mit der Einheit selbst hatte Deutschland eine einzigartige Chance bekommen, sich und der Welt zu zeigen, dass das jetzige Deutschland ein zu tiefst demokratisches und friedliches Land ist und seine Rolle in Europa und im Staatenverbund ausfüllt.

Persönlich war ich glücklich, wieder Familienangehörige treffen zu können.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

In Schulen und anderen Bildungseinrichtungen muss die Deutsche Geschichte zwischen 1945 und 1989 intensiver aufgearbeitet werden, um die Unterschiede zwischen Ost und West besser zu vermitteln.

 

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Den Gedanken teile ich, bin aber der Meinung, dass die Menschen vor Ort entscheiden sollen, wie sie den Feiertag begehen möchten. Hier sind die Kommunalpolitiker gefragt.

Ein generelles "Verordnen", den 3. Oktober als christlichen Feiertag zu begehen, lehne ich (als Christin) ab. Nichtgläubige würden ausgeschlossen werden. Die Kirchen und  andere zivilrechliche Gruppen sollten sich einbringen, wie alle anderen auch um diesen staatlichen Feiertag würdig zu begehen.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?
Diese Werte sollten für jeden Menschen eine wichtige Rolle in seinen Gedanken und seinem Handeln spielen - auch in der Politik! Gerade den Politikern mit dem "C" vor der Partei möchte ich dies mahnend ins Gedächtnis rufen.
Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Im Osten der Republik wird schon lange nicht mehr zur Geschichte geschwiegen. Offen wird in zahlreichen Foren, Themenabenden oder Gedenkveranstaltungen über Opfer und Täter, manchmal auch mit ihnen, gesprochen und diskutiert.

Eine Kultur des Verzeihens kann man nicht "ins Leben rufen". Dies ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit, die jeder für sich entscheiden muss.