Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 90: Düren (Nordrhein-Westfalen)
Nietan, Dietmar
SPD
5 Fragen beantwortet
 

Kreis Düren.

Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaft  Seit 2009 Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und stellv. Mitglied im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages.

  • seit Nov. 2010 stellvertretender Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im Europaausschuss
  • Frage 1:
    Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

    Der Fall der Mauer war ein großes Glück für unser Land. Nicht nur die Gesellschaft als Ganzes bekam die Einheit geschenkt, sondern auch meine Familie: Endlich konnte ich unbeschwert den Teil meiner Familie sehen, der zuvor hinter dem Eisernen Vorhang leben musste.

    Frage 2:
    Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

    Menschen in Ost und West müssen sich auch weiterhin dafür einsetzen, überall in unserem Land gleich gute Lebensbedingungen zu schaffen. Dies ist aber heute nicht mehr eine Frage der Himmelsrichtung, sondern eine Frage der jeweiligen Bedürftigkeit der Städte und Regionen.

    Frage 3:
    Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

    Auch wenn ich ein engagierter Christ bin, lege ich großen Wert auf die Trennung von Kirche und Staat. Deshalb kann für mich der 03. Oktober nur ein staatlicher Feiertag sein und kein christlicher.

    Frage 4:
    Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

    In einer multikulturellen Gesellschaft sollten auch Werte, die sich aus dem Glauben ergeben, eine wichtige Rolle spielen. Hiermit meine ich allerdings nicht nur die jüdisch-christlichen Werte, sondern viele gemeinsame Werte der drei abrahamitischen Religionen, also Judentum, Christentum und Islam.

    Frage 5:
    Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

    Selbstverständlich sollte die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte bei den Feierlichkeiten eine wichtige Rolle spielen. Denn wer verantwortlich handeln will, muss die Geschichte seines eigenen Landes und die Geschichte Europas gut kennen. Aus der Geschichte müssen wir lernen und wir müssen dazu fähig sein, immer wieder für die Versöhnung zwischen den Menschen und den Nationen hart zu arbeiten. In diesem Zusammenhang ist auch die Aufarbeitung des Unrechts der DDR noch lange nicht abgeschlossen.