Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 97: Rhein-Sieg-Kreis I (Nordrhein-Westfalen)
Neu, Alexander Soranto
DIE LINKE
5 Fragen beantwortet
 

Mitglied des SprecherInnenkreises BAG FIP (Bundesarbeitsgemeinschaft Frieden & Internationale Politik) der LINKEN & Mitglied der LAG FIP NRW

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?
Der Fall der Mauer, ich war damals erst Anfang 20, war in der Tat eine  Zäsur. Auch für mich persönlich. Schlagartig wurde mir klar, dass die Schaffung einer solidarischen Gesellschaftsordnung, wie immer man sie auch nennen mag (Sozialismus etc.) nicht ohne die Menschen, bzw. über ihre Köpfe und mit Zwang zu verwirklichen ist. Ein Sozialismus ohne demokratische Legitimation geht nicht und wird von mir auch abgelehnt.
Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Meine politische Verantwortung möchte im Bereich der Friedenspolitik verwirklichen. Die Frage von Krieg und Frieden trifft uns alle in Ost und West, ob arm, ob reich, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaße.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?
Ich unterstütze als Internationalist keine Aufwertung irgendeines Nationalfeiertages. Auch als Atheist halte ich mich bzgl. Wertungen gegenüber Kirchen weitgehend zurück.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Diese Werte teile ich auch ohne den Verweis auf jüdisch-christliche Werte. Ich glaube auch andere Religionen stellen diese Werte nicht unbedingt in Frage. Das Gelingen einer multikulturelle Gesellschaft hängt im Wesentlichen von der Lösung der sozialen Frage ab.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Das Verzeihen ist ein notwendiger Wert, um eine Gesellschaft nach vorne blickend zu motivieren. Die Einrichtung einer Wahrheitskommission wie in Südafrika wäre eine Überlegung wert. In dieser könnten die Verbrechen aller Seiten beleuchtet und bewertet werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung zur Aussöhnung und zum Verzeihen.