Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 180: Hanau (Hessen)
Leidig, Sabine Ingeborg
DIE LINKE
5 Fragen beantwortet
 

Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Ich bin einfach nur froh, dass die Mauer weg ist. Das sehen übrigens alle bei den LINKEN so. Der Bau der Mauer, des vorgeblichen "antifaschistischen Schutzwalls", war ein deutliches Zeichen der Schwäche der DDR-Regierung und richtete sich in letzter Konsequenz nicht gegen äußere Staatsfeinde, sondern gegen die individuellen Freiheitsrechte der eigenen Bürgerinnen und Bürger. Zwar hat jeder Staat das Recht und die Pflicht, seine Grenzen zu schützen, aber diGeschichte der Mauer entlang der Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten steht für den Missbrauch dieses Rechtes. Die Schüsse an der Mauer aufeigene Bürgerinnen und Bürger, die ihren Staat verlassen wollten, stellen eine Verletzung elementarer Menschenrechte dar und sind durch nichts zu rechtfertigen.

Eine deutsche Einheit habe ich mir anders vorgestellt. Schiefer hätte es für viele nicht laufen können ....

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Wichtig ist der Dialog zwischen den Menschen in Ost und West, wobei die Kirche und die Parteien eine wesentliche Rolle spielen können. Wir als gesamtdeutsche Partei pflegen einen regen Austausch, nicht nur innerparteilich, sondern vor allen Dingen auch mit sozialen Initiativen, Verbänden und Kirchen in Ost und West.

Darüber hinaus hat die LINKE am konsequentesten die Angleichung der Lebensbedingungen gefordert und wird darin nicht nachlassen. Auch die Angleichung des Rentenniveaus ist eine unserer zentralen Forderungen und sollte - 23 Jahre nach der Einheit - eigentlich selbstverständlich sein.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Aus Sicht der LINKEN beda-rf es keiner Aufwertung des 3. Oktober. Der Tag-wird schon-jetzt gebührend gewürdigt, zumal es sich beim 3. Oktober zwar formal um den Tag der deutsch-deutsehen Vereinigung handelt, eraber bis heute ein Tag ohne Ausstrahlung ist. Der Grund hierfür liegt sicher auch darin, dass der 3. Oktober nichts von der demokratischen Bewegung in der DDR 1989 und 1990 beinhaltet. Der 18. März als Tag der ersten freien Wahlen in der DDR
1990 und auch als Tag der Märzrevolution von 1848 hätte weitaus mehr Potenzial gehabt, die nicht sehr reich gesäten Tage demokratischer Bewegungen in Deutschland zu repräsentieren.
Als Anhänger einen strikten Trennung von Staat und Kirchen ist DIE LINKE gegen eine stärkere Beteiligung der Kirchen an einem solchen politischen Feiertag, zumal die Beschränkung auf die christlichen Kirchen von der LINKEN ohnehin abgelehnt wird, würden doch damit z.B. Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens in Deutschland ausgeschlossen.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Siehe die zentrale Antwort der Partei DIE LINKE.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Siehe die zentrale Antwort der Partei DIE LINKE.