Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 152: Leipzig I (Sachsen)
Kudla, Bettina, Irene
CDU
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Der Fall der Mauer war ein großartiger Sieg der Menschen in Leipzig und in der ehemaligen DDR. Mit der Deutschen Einheit wurde im Grunde das erreicht, was bereits in der Präambel des Grundgesetzes der damaligen Bundesrepublik Deutschland vorgesehen war. Die CDU/CSU wurde zum Teil dafür belächelt oder gar kritisiert, dass sie über Jahrzehnte unbeirrbar am Ziel der Wiedervereinigung festhielt - auch Mitte/Ende der 1980er, als die SPD schon mit dem ZK der SED gemeinsame Papiere verabschiedete, in denen die Teilung Deutschlands auf lange Zeit, wenn nicht sogar für immer, vorgesehen war.
Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Wir habe 16 Bundesländer in der Bundesrepublik Deutschland, wir sollten daher auch von diesen Bundesländern sprechen, also von Sachsen und Bayern, von Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg, nicht von Ost und West. Als besondere Aufgabe sehe ich es an, die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Bundesländern voranzutreiben. Wir befinden uns nach wie vor im wirtschaftlichen Aufholprozess.
Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Ich begrüße es, dass die christlichen Kirchen insgesamt in der Gesellschaft eine größere Rolle spielen sollten und ganz besonders am dritten Oktober. Die Kirchen spielten eine wichtige Rolle im Hinblick auf Freiheit und Widerstand gegen die DDR-Führung. Erfreulich ist, dass die Kirchen z.B. in Sachsen einen zwar geringen aber immerhin einen Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen haben. Öffentliches Danken, Feiern und Beten kann die Menschen durchaus enger an die Kirchen anbinden.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Gerade in einer multikulturellen Gesellschaft ist es besonders wichtig, dass die jüdisch-christlichen Werte ihre Bedeutung behalten. In der Regel herrscht in all den Ländern, in denen Christen verfolgt werden, Unfreiheit, Verletzung der Menschenrechte und wenig bzw. keine Demokratie. Die jüdisch-christlichen Werte bilden die Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaft. Wir sollten daher nicht zulassen, dass unter falsch verstandener Toleranz sich undemokratische Kräfte in Europa ausbreiten.
Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Ich bin weiterhin für eine kritische Aufarbeitung der Geschehnisse in der DDR. Die Politiker können und sollten nicht für die Opfer verzeihen, das können nur die Opfer selber. Die 25-Jahrfeiern am neunten November 2014 und am dritten Oktober 2015 könnten ein Anlass sein, die Aufarbeitung weiter voran zu treiben.