Deutschland wird durch die Einzigartigkeit des Holocaust, also der planmäßigen Vernichtung des europäischen Judentums, stets eine besondere Verantwortung gegenüber dem Staat Israel haben. Das heißt aber nicht, dass wir die Politik des Staates Israel grundsätzliche immer positiv zu bewerten haben.
Ich halte es grundsätzlich eher für falsch, keinen Dialog zu führen. Bei Durban I ist es allerdings zu einer regelrechten Hetze gegen Israel gekommen. Die Gefahr bestand auch bei Durban II.
Allerdings frage ich mich, warum die Demokratien der Welt nicht mit einer Stimme das Wirken von Achmadinedschad mit Argumenten bekämpfen. Wir haben alle nach der Präsidentschaftswahl im Iran gesehen, dass dieser Präsident nicht für sein ganzes Volk spricht.
Insofern stellt sich auch die Frage nach der Legitimation der iranischen Regierung bzw. des Präsidenten.
Insofern halte ich den Rückzug Deutschlands als richtig.
Die demokratischen Kräfte im Iran müssen weiter gestärkt werden, so dass dieses Land sich von einem staatlichen Heiliger-Krieg-Islamismus zu einem Rechtsstaat entwickelt.
Israel verfügt über eine Streitmacht, in der auch taktische Atomwaffen vorgehalten werden. Immer wieder gibt es Raketen- und Mörserangriffe auf das israelische Staatsgebiet. Wiedeholt herrscht ABC-Alarm in Israel.
Wirtschaftliches Wachstum und Zusammenarbeit mit Europa hilft in Israel und Palästina, dass Barrieren abgebaut werden und die Hochrüstung im Nahen Osten ein baldiges Ende findet.
Sofern sich die Hamas von Selbstmordattentätern entledigt und das Ziel der Vernichtung von Israel aufgibt, kann der Dialog fortgesetzt werden. Es gibt bereits gesprächsbereite Politiker der Hamas. Auch mit Syrien muss es diplomatische Gespräche geben. Das kann zu Annäherung und Gewaltprävention führen.
Ich kenne persönlich noch Zeitzeugen des Holocaust. Die Erinnerung muss weiter wach gehalten werden, damit es kein zweites Auschwitz gibt.
Es gibt die Möglichkeiten von Jugendbegegnungen und -austausch. Wenn man mehr von- und übereinander weiß, bauen sich Vorurteile viel schneller ab.
Städtepartnerschaften sollten auch mit Städten in Israel und Palästina geschlossen werden, nicht nur mit europäischen Städten.
Ergebnisse
der Befragungen