Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 289: Reutlingen (Baden-Württemberg)
Kober, Pascal
FDP
5 Fragen beantwortet
 

Gründungsmitglied und Theologischer Berater der Christlichen Liberalen -
Christen bei den Freien Demokraten Baden-Württemberg

- Mitglied im FDP Landesfachausschuss Kirchen und Religionsgemeinschaften
(seit 1999).  Mitglied im FDP Bundesfachausschuss Kirchen und Religionsgemeinschaften (seit 2009)

- Mitglied im FDP Bundesfachausschuss Soziales (seit 2009)

- Mitglied der FDP Grundsatzkommission (seit 2010)

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Auch meine eigene Familie lebte über Jahrzehnte durch die Mauer voneinander getrennt in den beiden Teilen Deutschlands. Der Vetter meines Vaters, Dr. Manfred Kober, gehörte für die CDU der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an. Insofern ist der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung Teil meiner persönlichen Familiengeschichte und bedeutet mir und meiner Familie sehr viel. Dass Menschen den Mut gefunden haben, in dieser Situation das Wagnis einzugehen, für Ihre Freiheit einzutreten, beeindruckt mich sehr.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Als Arbeitsmarktpolitiker sehe ich einen Schwerpunkt in der Bewältigung des demographischen Wandels, der in Teilen der neuen Bundesländer mit einem besonders hohen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials einhergehen wird. Es gilt dafür zu sorgen, dass alle Regionen Deutschlands lebenswert bleiben. Es geht darum, dass die medizinische Versorgung, Geschäfte des täglichen Bedarfs, kulturelle und soziale Einrichtungen und damit auch Unternehmen und Arbeitsplätze flächendeckend in allen Regionen Deutschlands erhalten bleiben. Hier haben wir in den vergangenen vier Jahren schon einiges erreicht, gleichwohl bleibt die Herausforderung groß.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?
Der 3. Oktober ist ein Fest- und Freudentag einerseits, aber auch ein Fest der Erinnerung und Mahnung für Frieden, Freiheit, Recht und Demokratie auf der ganzen Welt.  Jede und jeder sollte sich in diesem Sinne daran beteiligen. Auch die christlichen Kirchen, aber nicht nur sie. Ich wünsche mir eine vielfältige und lebendige Feier- und Gedenk- und Dankkultur am 3. Oktober, die von einem breiten bürgerschaftlichem Engagement an allen Orten getragen wird.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Als Christ bedeuten mir diese Werte sehr viel und ich versuche sie in meinem täglichen Tun und Reden im Sinne Gottes zu bekennen.

 

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Eine Kultur des Gedenkens und eine Kultur des Verzeihens und der Versöhnung sind wünschenswert, können aber von Seiten der Politik nur angeregt, nicht aber verordnet werden. Vor allem muss Unrecht auch benannt und auch von den Verantwortlichen anerkannt werden. Nur so ist Verzeihen und Versöhnen überhaupt möglich. Die Feierlichkeiten an den Gedenktagen bieten die Möglichkeit, die Erinnerung an die Teilung unseres Landes und an geschehenes Unrecht wach zu halten und die Auseinandersetzung damit anzuregen.