Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 148: Siegen-Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen)
Klein, Volkmar
CDU
5 Fragen beantwortet
 

Landesvorsitzender des Evang. Arbeitskreis der CDU in NRW

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Zuerst einmal war das ein ganz großer Glücksfall in unserer Geschichte. Viele Menschen in beiden Teilen Deutschlands haben damals nicht mehr daran geglaubt, dass ihr Traum noch Wirklichkeit werden könnte. Daher bin ich allen Menschen sehr, sehr dankbar, die sich unbeirrt und friedlich auf beiden Seiten der Mauer für unsere Einheit und Freiheit eingesetzt haben. Auch heute noch immer tief bewegt denke ich an den Tag zurück, als die Mauer fiel.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?
Es ist nach 25 Jahren schon viel erreicht worden auf unserem gemeinsamen Weg, aber 40 Jahre SED-Diktatur haben schon tiefe Spuren hinterlassen. Der Angleich der Lebensverhältnisse in Ost und West, unsere gemeinsame Kultur und Geschichte, das tägliche Leben miteinander in Freiheit haben uns der inneren Einheit schon sehr nahe gebracht. In Zukunft dürfen wir aber nicht mehr in „Ost und West“ denken, wir müssen im ganzen Land schauen, wo gefördert werden muss.
Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Schon heute wird der 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit mit einer großen zentralen Feier sowie im ganzen Land mit vielen, vielen klein und großen Festen und Veranstaltungen gefeiert. Es soll ein besonderer Tag sein und auch in Zukunft bleiben. Dazu tragen sicherlich auch die vielen Gottesdienste, die an diesem Tag überall im Land stattfinden, bei. Unser christlicher Glaube war in den Zeiten der Teilung eine Brücke zwischen den beiden Teilen Deutschlands. Wenn wir nun als Christen unseren Teil beitragen, in dem wir auch zum Danken und Beten einladen, so stärkt das sicherlich das Empfinden vieler Menschen für unseren Nationalfeiertag.

Dass wir diesen Tag in Einigkeit und Recht und Freiheit feiern können, sollte uns nicht
vergessen lassen, dass solch ein Glück nicht allen Völkern vergönnt ist. Wo wir können, müssen wir Verantwortung übernehmen für Menschen, die heute noch unter Diktatur, Verfolgung, Flucht und Vertreibung leiden müssen.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Diese christlich-jüdischen Werte sind das Fundament unserer Verfassung und unseres
gesellschaftlichen Lebens. Sie sind unser Leitbild, auch in Europa. Wenn wir uns weiterhin zu dieser Wertebasis bekennen und sie stärken, gelingt auch das Leben in einer Gesellschaft, in der Menschen mit vielen unterschiedlichen Sprachen, Traditionen, Kulturen und auch Religionen leben.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?
Geschehenes SED-Unrecht muss auch weiterhin aufgedeckt und aufgearbeitet werden. Nur im vollen Bewusstsein dessen, was geschehen ist, wird Vergebung und Versöhnung möglich. Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR muss auch in Zukunft seiner Aufgabe uneingeschränkt nachkommen können, dafür werde ich mich einsetzen! Jungen Menschen, die die Teilung Deutschlands nicht mehr erlebt haben, ist nur so möglich, zu erfassen, welches Leid und Unrecht unterdrückten Menschen in der DDR geschehen ist.