Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 40: Nienburg II – Schaumburg (Niedersachsen)
Keul, Katja
GRÜNE
5 Fragen beantwortet
 

Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN

Mitglied im Verteidigungsausschuss

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Ich bin im Jahr 1969 in der geteilten Stadt zur Welt gekommen.

Im September 1989 habe ich bei einem Besuch in Berlin auf dem Turm vor dem Brandenburger Tor gestanden, in den Ostteil geschaut und mich gefragt, wie lange das eigentlich noch so weitergehen soll.

Im 9.November 1989 habe ich als Studentin in Heidelberg vor dem Fernseher gesessen und meinen Freudentränen freien Lauf gelassen. Nie habe ich einen historischeren Moment erlebt und nie habe ich mich so mit meinem Heimatland Deutschland verbunden gefühlt wie an diesem Tag.  Für mich ist daher auch der 09.November der eigentliche Tag der deutschen Einheit. 

Auch heute noch ist und bleibt es für mich etwas besonderes, wenn ich morgens als Abgeordnete des Deutschen Bundestages mit dem Fahrrad durch das Brandenburger Tor zu meinem Büro Unter den Linden fahre. Das wird für mich nie ein alltäglicher Moment sein können, denn der Anblick der Mauer an dieser Stelle ist eingebrannt in meine Erinnerung.

 Der Fall der Mauer und die deutsche Wiedervereinigung ist außerdem ein Symbol der Hoffnung für viele Menschen, die heute weltweit noch hinter Mauern leben.  Aus ihrer Hoffnung erwächst für uns eine Verantwortung, die wir in Demut und Dankbarkeit annehmen sollten.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Für mich persönlich ist eine aktive, bewusste Auseinandersetzung mit Fragen zur deutsch-deutschen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist weiterhin wichtig. Wir brauchen neue Ideen und Projekte zur Entwicklung zukunftsfähiger gesellschaftlicher Strukturen in Ostdeutschland, aber auch gemeinsam bundesweit. Bündnisgrüne Politik für Ostdeutschland vertraut auf aktive Menschen und vorhandenes Potenzial. Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die lokales Engagement befördern und nicht behindern. Wir schaffen Netzwerke und unterstützen Menschen vor Ort, die anpacken, sich engagieren und sich für ihre Region stark machen. 

Die anhaltende Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen ist eine besondere Schwierigkeit für die Gesellschaft und die Wirtschaft in Ostdeutschland. Dabei ist es für junge Leute durchaus eine Bereicherung zu Ausbildung oder zum Sammeln beruflicher Erfahrungen „in die Fremde zu gehen“. Wir wollen Ostdeutschland als Lebens- und Arbeitsraum so stärken, dass junge Menschen hier bleiben können, wiederkommen wenn sie weg waren oder auch neu nach Ostdeutschland kommen. Nur so können wir die sich abzeichnende Lücke bei Fachkräften und Hochqualifizierten schließen.

Der "Nachbau West" hat sich als ungeeignetes Leitbild für den "Aufbau Ost" erwiesen. Demografische Entwicklung und Globalisierung treffen in Ostdeutschland auf regionale Besonderheiten wie industrielle Umstrukturierung und zu wenig private Industrieforschung sowie ländliche Räume mit kleinteiligen Wirtschaftsstrukturen. Technokratische und industriepolitische Strategien allein werden diesen Herausforderungen nicht gerecht. Auf die eigenen Potenziale zu setzen, den Blick über den Tellerrand zu wagen und neuen Entwicklungen die Pfade zu ebnen – darin sehen wir Grüne die Chance für eine solide und eigenständige Entwicklung Ostdeutschlands. Wir setzen dabei neben den richtigen Rahmenbedingungen die Politik und Staat setzen müssen, auf zivilgesellschaftliches Engagement und in der Wirtschaft auf die innovative Kraft der KMUs.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?
Siehe zentrale Antwort der PArtei auf dieser Homepage.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?
Siehe zentrale Antwort der PArtei auf dieser Homepage.
Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?
Siehe zentrale Antwort der PArtei auf dieser Homepage.