Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 222: München-Land (Bayern)
Hofreiter, Dr. Anton
GRÜNE
3 Fragen beantwortet
 

Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages    Bundestagsdirektkandidat im Wahlkreis München-Land

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Der Fall der Mauer markiert den Sieg mutiger Bürgerinnen und Bürger über ein unmenschliches System. Die Mauer stand für die Unfreiheit des SED-Regimes, für den Zwang, eine ganze Bevölkerung in einem ideologischen Denkmuster einsperren zu können. Und sie stand für den tödlichen Willen, allen, die anders denken, nicht nur Freiheit und Rechte zu nehmen, sondern im Ernstfall auch das Leben.

Der Fall der Mauer wurde von den Bürgerrechtsbewegungen erzwungen, die die Unfreiheit nicht länger erdulden wollten. Wir sind stolz darauf, dass Bündnis 90 als Teil dieser Bewegung später Teil unserer Partei wurde, und wir nehmen das als dauernden Auftrag, uns auch heute gegen Unterdrückung und Unfreiheit und für die Menschenrechte in aller Welt einzusetzen.

Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten hat die von der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland als unnatürlich und unsinnig empfundene Trennung überwunden. Wir sind froh, dass entgegen vieler Befürchtungen aus der Vereinigung kein großdeutscher Nationalismus erwachsen ist. Das Verständnis, dass die Teilung direkte Folge der deutschen Aggression im Zweiten Weltkrieg war, eine Folge von Völkermord und Angriffskrieg, hat sich erhalten, in Ost und West. Und deshalb ist auch die Vereinigung kein punktuelles Ereignis, sondern ein Arbeitsauftrag: in Deutschland die noch vorhandenen Unterschiede zu überwinden, die Diktatur in der DDR aufzuarbeiten – und dafür zu sorgen, dass auch das vereinigte Deutschland eine Kraft des Ausgleichs und des Friedens bleibt.
Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Eine aktive, bewusste Auseinandersetzung mit Fragen zur deutsch-deutschen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist weiterhin wichtig. Wir brauchen neue Ideen und Projekte zur Entwicklung zukunftsfähiger gesellschaftlicher Strukturen in Ostdeutschland, aber auch gemeinsam bundesweit. Bündnisgrüne Politik für Ostdeutschland vertraut auf aktive Menschen und vorhandenes Potenzial. Wir wollen Rahmenbedingungen schaffen, die lokales Engagement befördern und nicht behindern. Wir schaffen Netzwerke und unterstützen Menschen vor Ort, die anpacken, sich engagieren und sich für ihre Region stark machen.

Die weitere Beantwortung findensie in der zentralen Antwort der Partei Bündnis 90 / Die Grünen.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Das Unrechtssystem der DDR hat vielen Menschen unendliches seelisches und körperliches Leid zugefügt. Menschen, die sich gegen den totalitären Staat aufgelehnt haben, wurden politisch verfolgt und dadurch in ihrer Lebensführung erheblich beeinträchtigt. Dieses Unrecht kann kaum wirklich bereinigt oder gar wieder gut gemacht werden. Umso wichtiger ist es aber, politisch Verfolgte endlich angemessen zu würdigen, zu entschädigen und Gerechtigkeitslücken zu schließen.

Die weitere Beantwortung findensie in der zentralen Antwort der Partei Bündnis 90 / Die Grünen.