Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 117: Oberhausen – Wesel III (Nordrhein-Westfalen)
Höhn, Bärbel
GRÜNE
5 Fragen beantwortet
 

Stellv. Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Ich bin über eine Bürgerinitiative in die Politik gekommen und habe im Sommer 1989 tief im Westen der Republik mit Staunen und Freude beobachtet, wie sich im autoritären System der DDR Menschen zu Tausenden auf die Straße wagten, um ihre Rechte einzufordern. Der Fall der Mauer wurde von den Bürgerrechtsbewegungen erzwungen, die die Unfreiheit nicht länger erdulden wollten. Wir sind stolz darauf, dass Bündnis 90 als Teil dieser Bewegung später Teil unserer Partei wurde, und wir nehmen das als dauernden Auftrag, uns auch heute gegen Unterdrückung und Unfreiheit und für die Menschenrechte in aller Welt einzusetzen.

Der Fall der Mauer markiert den Sieg mutiger Bürgerinnen und Bürger über ein unmenschliches System. Die Mauer stand für die Unfreiheit des SED-Regimes, für den Zwang, eine ganze Bevölkerung in einem ideologischen Denkmuster einsperren zu können. Und sie stand für den tödlichen Willen, allen, die anders denken, nicht nur Freiheit und Rechte zu nehmen, sondern im Ernstfall auch das Leben.

Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten hat die von der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland als unnatürlich und unsinnig empfundene Trennung überwunden. Wir sind froh, dass entgegen vieler Befürchtungen aus der Vereinigung kein großdeutscher Nationalismus erwachsen ist. Das Verständnis, dass die Teilung direkte Folge der deutschen Aggression im Zweiten Weltkrieg war, eine Folge von Völkermord und Angriffskrieg, hat sich erhalten, in Ost und West.

Und deshalb ist auch die Vereinigung kein punktuelles Ereignis, sondern ein Arbeitsauftrag: in Deutschland die noch vorhandenen Unterschiede zu überwinden, die Diktatur in der DDR aufzuarbeiten – und dafür zu sorgen, dass auch das vereinigte Deutschland eine Kraft des Ausgleichs und des Friedens bleibt.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?
Siehe die Antwort der Partei Die GRÜNEN auf dieser Homepage.
Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?
Siehe die Antwort der Partei Die GRÜNEN auf dieser Homepage.
Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?
Siehe die Antwort der Partei Die GRÜNEN auf dieser Homepage.
Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?
Siehe die Antwort der Partei Die GRÜNEN auf dieser Homepage.