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Ergebnisse

Wahlkreis 162: Chemnitz (Sachsen)
Heinrich, Frank
CDU
5 Fragen beantwortet
 

Mitglied des CDU-Landesfachausschusses "Familie/Demographie

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Es ist und bleibt ein Wunder. Ich staune über Gott und ich bewundere den Mut der Menschen. Sie haben für die Freiheit gebetet und gekämpft: friedlich! Persönlich hat es dazu geführt, dass ich in Chemnitz meine Heimat gefunden habe.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Das Wichtigste scheint mir, dass junge Menschen in ihrer Heimat bleiben können, wenn sie das wünschen. Dafür braucht es weiter Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur damit Lebensverhältnisse sich angleichen. Dafür arbeite ich als Sozialpolitiker. Und ich wünsche mir, dass die Menschen in den Neuen Bundesländern stolz sind auf ihre Städte - für Chemnitz kann ich von mir sagen, dass ich das intensiv vorlebe: Ich liebe meine Stadt.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Vor allem durch eine verbesserte Wahrnehmung bei den Menschen, das könnte etwa durch vorausgehende Projektwochen in den Schulen, durch Aktivitäten und Kampagnen in Kirchen und Vereinen sowie Kultur und Medien geschehen. 

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Das finde ich klasse. In den Kirchen nahm die friedliche Revolution ihren Anfang, die Kirchen haben einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft. Und neben einem Buß- und Bettag oder einem Volkstrauertag auch einen Tag des Danken, Lobend und Betens zu begehen ist eine wichtige Ergänzung. 

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Selbstverständlich. Sie sind unsere Tradition, das Judentum ist die Wurzel des Christentums, beide gemeinsam die Wurzel der Aufklärung, der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit. Dahinter können wir geschichtlich nicht zurück gehen - und nur wer seine Herkunft kennt, kann seine Zukunft gestalten. Dieses Fundament ist übrigens breit genug, um viele Kulturen und Menschen mit verschiedenen Lebensentwürfen zu integrieren. Es findet auch in unterschiedlichen politischen Konzepten Ausdruck, etwa zur Friedens- bzw. Sicherheitspolitik oder zur Sozial-  und Familienpolitik. Hier muss immer neu um Konzepte gerungen werden. Der Glaube ist die Richtschnur, die Lebenswirklichkeit ist die Plattform, die Menschen sind das Ziel für eine Politik, die sich an jüdisch-christlichen Werten orientiert.