Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 222: München-Land (Bayern)
Hahn, Florian
CSU
5 Fragen beantwortet
 

München-Land und Gauting

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Der Fall der Berliner Mauer war ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben und hat letztendlich dazu geführt, dass ich heute als Abgeordneter für München-Land im Bundestag bin. Der Geist des Aufbruchs und der Mut so vieler Menschen, eine Verbesserung ihrer Lebenssituation herbei führen zu wollen, waren in meinen jungen Jahren ein großer Ansporn. Ich wollte teilhaben an der Neugestaltung Deutschlands und trat der Jungen Union bei. Auch heute noch erinnere ich mich gerne an die damalige Zeit zurück. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir nun nach knapp 24 Jahren ein geeintes Deutschland haben, das sich für ein geeintes Europa stark macht. Das Projekt Europa braucht aber ebenso wie die Wiedervereinigung 1990 junge Menschen, die für diese Idee brennen.

Politik muss begeistern können, um Großes leisten zu können.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Die wirtschaftlichen und sozialen Schäden, die das DDR-Regime mit sich gebracht haben, sind leider noch nicht vollends behoben. Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass allen Menschen in Deutschland die gleichen Chancen offen stehen. Dass ein Kind, welches in den ehemaligen "Ost-Gebieten" aufwächst, genauso viele Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten bekommt, wie ein Kind aus den "alten Bundesländern", vor allem Bayern. Die Bildung ist Voraussetzung für den Erfolg Deutschlands und auch für den wirtschaftlichen Fortschritt des östlichen Teils Deutschlands. Hier haben wir bereits viel erreicht und ich werde mich auch weiterhin für den Ausbau der Bildung stark machen.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Der 3. Oktober ist der Feiertag aller Deutschen auf der ganzen Welt.

Dieser Tag steht dabei nicht nur für die Wiedervereinigung, er ist auch ein Symbol für das Ende des Kalten Krieges. Wir Deutschen können uns freuen, dass die Geschichte einen glücklichen Verlauf genommen hat. Die Menschen, die 1989 auf die Straße gingen, wollten ihre Freiheit wieder erlangen. Mit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung wurde ihnen dieser Traum erfüllt. Eine Aufwertung dieses Tages kann ich mir angesichts seiner Bedeutung sehr gut vorstellen. Auch die Rolle der Kirchen bei den Demonstrationen sollte man nicht vergessen und ihnen angemessenen Respekt zollen. Sie gaben den Menschen Schutz, um sich zu organisieren und waren von Beginn an Dreh- und Angelpunkt.

 

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Die christlichen Werte sind sowohl mit der Christlich Demokratischen Union (CDU), als auch mit der Christlich-Sozialen Union (CSU) immanent verbunden. Wir sind die einzigen Parteien, die das christliche in ihrem Namen stehen haben und legen auch großen Wert darauf. Gerade in einer immer schneller werdenden Welt ist es notwendig, dass man sich an beständigen Werten orientieren kann. Das Leitbild, dass uns durch jüdisch-christliche Werte vorgegeben wird, ist gleichzeitig auch ein Anker in stürmischen Zeiten.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Die Wiedervereinigung war für Deutschland die größte Herausforderung nach Ende des zweiten Weltkriegs. Wir haben mit viel Anstrengung ein geeintes Deutschland geschaffen, dass sich mehr und mehr bei den Lebensverhältnissen angleicht. Der Wert der Wiedervereinigung ist dabei mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen. 1990 ist zusammengewachsen was zusammen gehört. Der Unrechtsstaat der DDR konnte dem freien Willen der Bürgerinnen und Bürger nichts entgegensetzen. Mich stört es deshalb um so mehr, dass auch heute noch Vertreter und Inoffizielle Mitarbeiter der DDR teils verborgen, teils öffentlich, in den demokratisch gewählten Vertretungen unseres Heimatlandes sitzen. Hier müssen wir mehr aufklären.

Nichtsdestotrotz sollte das 25-jährige Jubiläum ein Fest der Freude werden. Unsere Schwestern und Brüder, unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger überwanden das autoritäre Regime der DDR, um gemeinsam und vereint leben zu können. Ihnen gilt es mit der Feier dieser Jubiläen danke zu sagen.