Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 280: Calw (Baden-Württemberg)
Günther, Reinhard
FDP
5 Fragen beantwortet
 

Wahlkreis Calw

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Dies war für mich ein Tag großer Freude. Aber auch ein Tag großer Genugtuung darüber, dass die Feinde dieser Einheit, besonders die in Westdeutschland, vom Willen des Volkes hinweggefegt wurden.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?

Notwendig erscheint mir eine weitere Stärkung unseres Wir-Gefühls. Dazu ist es einerseits notwendig die Akzeptanz unseres republikanischen Wertekanons weiter zu vertiefen, andererseits sollte die Zuteilung knapper Ressourcen sachgerechter erfolgen. Der wirtschaftliche Aufbau im Osten muss durch die Lenkung privater Investitionen weiter unterstützt werden.

Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Eine zusätzliche Aufwertung dieses Tages erscheint mir wegen seines überragenden Platzes im Bewusstsein der Bürger nicht notwendig zu sein. Er muss ein Tag ruhiger Freude bleiben. Der Nationalfeiertag ist primär ein politisches Ereignis. Wenn Religionsgemeinschaften diesen Tag auch in einem religiösen Kontext begehen wollen, so muss ihnen dies freigestellt sein.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Diese Werte spielen für mich, ins besonders auch im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft, eine große Rolle. Ich trete einerseits für die religiöse Neutralität des Staates ein, bin anderseits aber der Auffassung, dass der Staat sich nicht seiner ethischen Grundlagen berauben lassen darf.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Ich bin der Auffassung dass wir ganz sicher eine Kultur des Verzeihens und der Versöhnung brauchen. Wie Sie allerdings diese Kultur durch Überwindung des Schweigens, also die Anklage der Opfer einerseits und den Versuch der Rechtfertigung der Täter andererseits, erreichen wollen wird mir nicht so recht klar. Wir brauchen eine vorwärtsgewandte Politik ohne vergangenes Unrecht aus dem Bewusstsein zu verlieren. Die angesprochenen Jubiläen sollten zur Verstärkung eines gesamtdeutschen Wir-Gefühls beitragen. In ihrem Vorfeld sollte die Bedeutung dieser Ereignisse erneut in das Bewusstsein der Bürger gerückt werden.