Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 32: Cloppenburg – Vechta (Niedersachsen)
Groneberg, Gabriele
SPD
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Den Menschen in der DDR ist es gelungen, sich von der Stasi-Herrschaft zu befreien. Sie haben erfolgreich dafür gekämpft, dass ihnen alle Möglichkeiten offen stehen, ihr Leben auf Basis einer freiheitlich-demokratische Grundordnung selbst zu gestalten. Ihr Mut, sich trotz aller Repressalien gegen das SED-Regime aufzulehnen, findet meine ganze Anerkennung

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?
Eine der wichtigsten Aufgaben bleibt es, die Lebensverhältnisse der Menschen in allen Regionen Deutschlands anzugleichen. Niemand soll sich gegenüber Menschen, die in einem anderen Bundesland leben, benachteiligt fühlen. In Bezug auf die Ost-West-Unterschiede gilt es besonders, ein gleiches Renten- und Lohnniveau herzustellen.
Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Jede Initiative, die an die friedliche Revolution von 1989 erinnert, findet meine Unterstützung. Die Menschen haben ohne Waffen und Blutvergießen einen Systemwechsel erzwungen. Gerade in diesen Tagen, wo der Kriege in Syrien wütet, und die Umwälzungen im arabischen Raum vielen Menschen das Leben kostet, können wir dafür sehr dankbar sein.

 

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Die Grundwerte der Sozialdemokratie, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, stehen in engem inhaltlichem und historischem Bezug zum christlich-jüdischen Menschenbild. Die 10 Gebote haben Recht und Gesetz in Deutschland, Europa und darüber hinaus vielfältig geprägt, vom Verfassungsrecht bis hin zu Einzelnormen wie Sonn- und Feiertagsregelungen. Sonn- und Feiertagsregelungen sind jedoch Sache der Bundesländer.

 

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?

Die Kultur des Gedenkens ist wichtig um dem Vergessen und dem Totschweigen vorzubeugen. Wir Gedenken an die mutigen Menschen, die sich der Politbüro-Herrschaft wiedersetzten, wir gedenken der Opfer des SED-Regimes und wir gedenken den Menschen, die es zusammen und friedlich geschafft haben, die Wiedervereinigung vorzubereiten. Viele dieser DDR-Bürgerrechtler habe in den christlichen Kirchen oder der Sozialdemokratie ihre geistige und politische Heimat.

Wir Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen setzten auf Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. All dies findet Ausdruck in unserer Politik und in den beiden 25-jahres Jubiläen zur deutschen Einheit.