Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 278: Bruchsal – Schwetzingen (Baden-Württemberg)
Geiger, Alexander
Bündnis 90/DieGrünen
5 Fragen beantwortet
 

Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen

Frage 1:
Was bedeutet für Sie persönlich der Fall der Mauer vor fast 25 Jahren – und was die Deutsche Einheit?

Im November 1989 war ich 7 Jahre alt, weshalb sich mir die Tragweite des  Mauerfalls erst mal nicht erschloss. Aus heutiger Sicht betrachte ich den Mauerfall als Glücksfall der Geschichte. Er zeigt doch ganz wesentlich auf, dass langer Atem wichtig ist und auch unüberbrückbar scheinende Widerstände überwunden werden können.

Frage 2:
Welche Aufgaben im Zusammenwachsen der Menschen von Ost und West liegen weiterhin vor uns – und wie wollen Sie sie in Ihrer politischen Verantwortung verwirklichen?
Zum Glück ist es seit der Wiedervereinigung gelungen die Entwicklung in den westlichen und den östlichen Bundesländern einander anzunähern. Diese Entwicklung muss fortgesetzt werden. Dies betrifft z.B. die Rentenleistungen, als auch das Lohnniveau. Mit einem allgemeinverbindlichen einheitlichen Mindestlohn möchte ich diese Entwicklung befördern.
Frage 3:
Wie können Sie sich eine Aufwertung des Nationalfeiertags am 3. Oktober vorstellen? Wie stehen Sie zu dem Anliegen, den 3. Oktober als einen Tag unter dem Motto "Danken Feiern Beten" als öffentliche Veranstaltung unter Beteiligung der christlichen Kirchen in möglichst vielen Orten zu begehen?

Der Nationalfeiertag am 03.10. ist ein wichtiges Datum für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger. Allerdings glaube ich nicht, dass wir staatlicherseits in die individuelle Ausgestaltung vor Ort eingreifen sollten. Die christlichen Kirchen spielten im Erstarken der friedlichen Opposition in der ehemaligen DDR eine große Rolle. Dieses Gedenken möchte ich hochhalten ohne gleichzeitig zu verkennen, dass auch viele Menschen ohne Konfession für eine friedliche Überwindung des SED-Regimes eingetreten         sind.

Frage 4:
Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach für die Politik die jüdisch-christlichen Werte – wie Nächstenliebe, Frieden, Versöhnung, Sonntagsruhe, Würde jeder menschlichen Person am Lebensanfang und am Lebensende, Ehe und Familie, usw. – im Kontext einer multikulturellen Gesellschaft?

Die aufgezählten Werte haben für mich insgesamt einen hohen Wert, den ich konservieren möchte. Ich leite sich mir allerdings aus dem Grundgesetz ab. Ich bekenne mich zu den Werten einer humanistischen Gesellschaft, die zweifelsfrei in Europa auch durch den christlich-jüdischen Wertekanon heutiger Ausprägung verkörpert werden. Im Zusammenhang mit einer multikulturellen Gesellschaft empfinde ich den Humanismus als die geeignetere Referenz, da er religionsübergreifend angewendet werden kann. Basis unseres Zusammenlebens muss das Bekenntnis zum Grundgesetz sein.

Frage 5:
Brauchen wir neben einer Kultur des Gedenkens auch eine Kultur des Verzeihens, der Versöhnung und die Überwindung des Schweigens für Opfer und Täter nach dem Ende der DDR? Wie stehen Sie dazu im Hinblick auf die 25-Jahr-Feiern am 09. November 2014 und 03. Oktober 2015? Was sollte bis dahin geschehen und wie sollten diese Jubiläen dazu beitragen?
Ich bin der festen Überzeugung, dass Versöhnung und Verzeihen wachsen muss. In manchen Fällen sind die individuell Betroffenen schon so weit, in anderen Fällen nicht. Die Idee das 25-ste Jubiläum unter ein solches Motto zu stellen kann ich mir gut vorstellen.