Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

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Wahlkreis 280: Calw (Baden-Württemberg)
Freitag, Reinhard
FDP
5 Fragen beantwortet
 
Frage 1:
Wie bewerten Sie die Aussage: Deutschland hat aus der Geschichte heraus eine besondere Verantwortung gegenüber Israel?

Die Aussage trifft zu.

Frage 2:
Deutschland hat sich aus der sogenannten „Durban II“-Konferenz im April 2009 in Genf zurückgezogen – aus Sorge heraus, dass diese Konferenz zum Beispiel von Irans Präsident Achmadinedschad zu antisemitischer Hetze missbraucht werden könnte. Wie beurteilen Sie die Entscheidung Deutschlands?

Rückzug aus Konferenzen ist prinzipiell nicht der richtige Weg, da man immer im Gespräch bleiben sollte. Der jüngste Auftritt Achmadinedschads hat allerdings gezeigt, dass dies derzeit nicht möglich ist. Ich kann nicht beurteilen, ob dass schon im April so war.

Frage 3:
Welche Maßnahmen ziehen Sie in Erwägung angesichts der potenziellen atomaren Bedrohung Israels durch den Iran und angesichts der Tatsache, dass Deutschland der wichtigste westliche Handelspartner des Irans ist?

Handelsembargo bzw. Androhung eines solchen

Frage 4:
Die Hamas strebt laut eigener Charta nach wie vor die Zerstörung Israels an, bekennt sich zum Terrorkampf gegen Israel und erkennt bestehende Verträge nicht an. Was ist Ihrer Meinung nach eine angemessene Strategie?

Stärkung aller demokratischen Kräfte, die guten Willen sind. Auch zwischen Israelis und Palästinensern sollte gelten:

Dem Menschen als Mensch begegnen, gleich wer er sei, und woher er käme. (Theodor Heuss)

Frage 5:
Zum Anliegen der Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie – auch für das konkrete Engagement von Bürgern in Ihrem Wahlkreis?

In einem Seminar der Uni Freiburg zum Nahostkonflikt war ein durchaus gemäßigter Jude als Teilnehmer isoliert. Dort und in anderen Gesprächen musste ich erstaunt eine starke Contra-Haltung gegenüber Israel feststellen, obwohl das Land die einzige Demokratie des Nahen Ostens ist. Ich will die Botschaft vermitteln, dass wir unterstützen wer im o.g. Sinne von Heuss handelt. Hier im christlich-fundamentalistischsten Wahlkreis Deutschlands ist aber zunächst ein Plädoyer für Liebe, Freiheit, Vernunft, Toleranz

und gegen christliche Gesetzlichkeit des 17.-19. Jahrhunderts gefragt, bevor das Thema Israel für mich als Christ und Liberaler im Mittelpunkt steht.

 
 
 
 

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