Projekt Bundestagswahl · Deutschland · Israel

Ergebnisse

Wahlkreis 43: Stadt Hannover II (Niedersachsen)
Bulmahn, Edelgard
SPD
5 Fragen beantwortet
 

Mitglied in der GEW

Stellv. Vorsitzende des Kuratoriums der Volkswagenstiftung

Senatorin der Stiftung Niedersachsen

Mitglied im Kuratorium des DIW Berlin

Mitglied im Kuratorium der TU

Mitglied im Vorstand des Carl Duisberg

Förderkreises Niedersachsen

Mitglied im Stiftungsrat der Berghof Stiftung für Konfliktforschung

Frage 1:
Wie bewerten Sie die Aussage: Deutschland hat aus der Geschichte heraus eine besondere Verantwortung gegenüber Israel?

Deutschland hat insbesondere vor dem Hintergrund des Holocaust gegenüber Israel eine besondere Verantwortung. Das Existenzrecht Israels ist für uns nicht verhandelbar. Wir verurteilen entschieden alle Bestrebungen, den Staat Israel in Frage zu stellen.

Eine friedliche Regelung des Nahostkonflikts ist die beste Sicherheitsgarantie für Israel. Wir treten deshalb mit Nachdruck für einen Frieden im Nahen Osten auf Grundlage einer Zweistaatenlösung ein.

Frage 2:
Deutschland hat sich aus der sogenannten „Durban II“-Konferenz im April 2009 in Genf zurückgezogen – aus Sorge heraus, dass diese Konferenz zum Beispiel von Irans Präsident Achmadinedschad zu antisemitischer Hetze missbraucht werden könnte. Wie beurteilen Sie die Entscheidung Deutschlands?

Die SPD hat die intensiven Bemühungen der Bundesregierung für ein Gelingen der Durban II-Konferenz unterstützt. Nach dem Scheitern der Vorverhandlungen war die Absage der Bundesrepublik Deutschland konsequent.

Das Grundanliegen der Vereinten Nationen, Rassismus zu bekämpfen, findet unabhängig von der Absage selbstverständlich unsere volle Unterstützung.

Frage 3:
Welche Maßnahmen ziehen Sie in Erwägung angesichts der potenziellen atomaren Bedrohung Israels durch den Iran und angesichts der Tatsache, dass Deutschland der wichtigste westliche Handelspartner des Irans ist?

Es ist das strategische Ziel unserer, wie auch der international koordinierten Politik zu verhindern, dass der Iran Kernwaffenstaat wird. Für den Fall, dass der Iran die ihm vom Sicherheitsrat der UNO gegebene Frist zur Kooperation nicht nutzt, werden weitere Sanktionen ins Auge gefasst werden müssen.

Frage 4:
Die Hamas strebt laut eigener Charta nach wie vor die Zerstörung Israels an, bekennt sich zum Terrorkampf gegen Israel und erkennt bestehende Verträge nicht an. Was ist Ihrer Meinung nach eine angemessene Strategie?

Die Gegnerschaft zwischen Hamas und Fatah innerhalb des palästinensischen Lagers ist ein wesentlicher Hemmschuh auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Seit einigen Wochen bemühen sich beide Seiten um eine Annäherung. Hamas wird dabei nicht umhin kommen, von ihren radikalen Positionen Abstand zu nehmen. Die Anerkennung des Existenzrechts Israels, der Verzicht auf Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung und das Bekenntnis zu den bestehenden Abkommen sind Voraussetzung für eine dauerhafte israelischpalästinensische Verständigung.

Wir unterstützen die Bemühungen der Bundesregierung, die regionalen Partner davon zu überzeugen, mäßigend auf die Hamas einzuwirken. Hierbei wird es u.a. auch darauf ankommen, Syrien mehr als bisher in diesen Prozess einzubeziehen.

 

Frage 5:
Zum Anliegen der Verbesserung der deutsch-israelischen Beziehungen: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich gemacht? Welche Empfehlungen haben Sie – auch für das konkrete Engagement von Bürgern in Ihrem Wahlkreis?

Ich habe eine ganz besondere Beziehung zu Israel und zu den Menschen die dort leben. Ich habe als junge Frau ein Jahr im Kibbuz Bror Chail in Israel verbracht. Eine Erfahrung, die mich bis heute prägt. Dort habe ich erlebt, wie durch gute Bildungschancen- und angebote Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft hervorragende Bildungsabschlüsse erreichten. Solidarität und ein füreinander da zu sein, waren wichtige Maximen für das Zusammenleben. Zwischenzeitlichhabe ich oft Israel besucht.

In meiner Heimatstadt, Hannover, halte ich engen Kontakt zu den jüdischen Gemeinden und bin eine verlässliche Ansprechpartnerin. Der Dialog ist meines Erachtens nach sehr wichtig, deshalb würde ich auch den Bürgerinnen und Bürgern aus meinem Wahlkreis empfehlen, Kontakt zur jüdischen Gemeinde aufzunehmen.

Ein weiterer mir sehr wichtiger Punkt die die Bekämpfung von Antisemitismus. Ich persönlich, aber auch die SPD betrachten die Bekämpfung des Antisemitismus deshalb als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Politik und Zivilgesellschaft müssen sich langfristig engagieren. Der Anstieg von rechtsextremen Straftaten und rechter Gewalt zeigt, dass auch das NPD-Verbot überfällig ist.

Wir setzen uns seit Jahren für langfristige Strategien und wirksame Instrumente ein. Mit der Regierungsübernahme im Jahr 1998 hat die SPD den Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auf die politische Agenda gesetzt und mit einem ersten Bundesprogramm im Jahr 2001 auf die Gefahr von Rechts reagiert. Gegen den massiven Widerstand von CDU/CSU hat die SPD auch in der Großen Koalition dafür gesorgt, dass jährlich insgesamt 24 Millionen Euro für Projekte gegen Rechts zur Verfügung stehen.

 
 
 
 

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